+
CTP Cityhub, Amsterdam, Niederlande

CTP Cityhub, Amsterdam, Niederlande

„Dieser Dachgarten zeigt, dass selbst auf einem intensiv genutzten Logistikkomplex Raum für Grün und Entspannung entstehen kann.“
Ort: Amsterdam
Land: Niederlande

Hoch über dem Hafengebiet von Amsterdam befindet sich ein überraschend grüner Ort. Auf dem Dach des Amsterdam Logistics Cityhub wurde ein großer Dachgarten angelegt, der Logistik, Nachhaltigkeit und Wohlbefinden in sich vereint. In einer Umgebung, die von Infrastruktur und Logistik geprägt ist, bildet der Garten eine neue Ebene in dem Gebäude – einen Ort, an dem Mitarbeiter buchstäblich ins Grüne treten. Das Projekt zeigt, dass selbst auf einem intensiv genutzten Logistikkomplex Raum für Natur, Begegnung und Entspannung entstehen kann.

illustration

Vision und Anspruch
Der Entwickler CTP legte den Dachgarten mit dem Ziel an, dem ersten niederländischen Standort eine nachhaltige und wiedererkennbare Ausstrahlung zu verleihen. Dieses Gebäude fungiert als lokaler Verteilerpunkt für die Stadtlogistik. Große Lkw liefern Waren an, die anschließend von kleineren Elektrofahrzeugen in die Stadt transportiert werden. Zehntausende Solarmodule auf dem Dach decken einen Großteil des Energiebedarfs ab.

Der Logistikkomplex ist ein zweistöckiges Gebäude mit intensiver Flächennutzung. Das Dach war ursprünglich vollständig für technische Anlagen und Solarmodule vorgesehen und wurde nicht für die Anlage eines Dachgartens ausgelegt. Gleichzeitig bestand bei den Büromitarbeitern aber der Bedarf nach einer hochwertigen, direkt zugänglichen Außenfläche. Neben der technischen Nutzung entstand also der Wunsch nach einem Ort, an dem Arbeit und Wohlbefinden zusammenkommen. Nicht nur Logistik und Effizienz, sondern auch Aufenthaltsqualität und Gesundheit sollten in dem Gebäude eine Rolle spielen.

illustration

Ausgangssituation und Herausforderung
Die Lage im offenen Hafengebiet brachte bestimmte Herausforderungen mit sich. In 25 m Höhe gibt es starken Wind, eine intensive Sonneneinstrahlung und Reflexionen von der Glasfassade und den Solarmodulen, die sich über die gesamte Gebäudelänge erstrecken. Die Kombination aus Höhe, Windlast, Reflexion, begrenzter Substrattiefe und Hitze erschwerte die Planung und Umsetzung. Auch die Durchführung erforderte ein besonderes Vorgehen: Alle Bäume mussten nach oben befördert und anschließend über die gesamte Dachlänge von 400 m nach einem festgelegten Plan transportiert werden, um die Gewichtsgrenzen des Daches einzuhalten.

Ein Dachgarten in dieser Größenordnung erfordert aufgrund der Gewichtsbegrenzung und der hohen Windlast eine gut durchdachte technische Planung. Bodenaufbau und Wasserhaushalt wurden so konzipiert, dass Wasser gespeichert und für die Bewässerung wiederverwendet wird. Das reduziert den Einsatz von Leitungswasser und macht den Garten zukunftsfähig. Das verwendete Substrat bietet eine ausreichende Wasserspeicherung, während das Gewicht innerhalb der statischen Möglichkeiten des Daches bleibt. Auch die Biodiversität spielt eine wichtige Rolle. Der Auftraggeber wollte den Dachgarten nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere attraktiv machen.

illustration

Augenmerk auf Nutzung und Erlebnis
Der Dachgarten bildet einen deutlichen Kontrast zu einer Umgebung, die von Bodendichte und Betriebsamkeit geprägt ist. Er ist ausschließlich für die Nutzer des Gebäudes zugänglich; sie treten buchstäblich ins Grüne.

Der Entwurf ist vollständig auf eine vielseitige Nutzung und das Erleben ausgerichtet. Die Mitarbeiter können in den Pausen spazieren gehen, gemeinsam zu Mittag essen oder sich informell besprechen. Außerdem gibt es einen Pannacourt und Platz für sportliche Aktivitäten wie Bootcamps. Die langgestreckte Dachform ermöglicht die Anlage einer abwechslungsreichen Route mit unterschiedlichen Atmosphären. Offene Bereiche mit Ausblick wechseln sich mit geschützteren Zonen zwischen der Bepflanzung ab.

Einbindung ist ein wichtiges Thema. In dem essbaren Garten gibt es Obstbäume und Sträucher wie Äpfel, Kiwis und Trauben sowie Kräuter wie Minze und Basilikum. Durch Sehen, Riechen und Schmecken können die Mitarbeiter den Garten und den Wechsel der Jahreszeiten aktiv und direkt erleben.

illustration

Bepflanzung und Baumauswahl
Die Bepflanzung ist auf die spezifischen Bedingungen eines hochgelegenen Dachgartens abgestimmt. Es wurden robuste, klimaresistente Arten mit ausgeprägtem Jahreszeitencharakter ausgewählt. Der mehrstämmige Eisenholzbaum (Parrotia persica) sorgt für Struktur und Schichtung. Mehrstämmige Bäume wurden gepflanzt, um die Windkräfte optimal zu verteilen. Pinus mugo subsp. uncinata wurde aufgrund des kompakten Wuchses und der hohen Windfestigkeit gewählt. Der Baum erzeugt mit seinen niedrigen Verzweigungen ein lebendiges, dichtes Erscheinungsbild über die gesamte Gartenlänge. An Standorten mit besonders starker Sonnenreflexion wurde Quercus ilex (Steineiche) verwendet – eine ursprünglich mediterrane Art, die Hitze, Trockenheit und Wind gut verträgt. Diese immergrüne Art sorgt ferner dafür, dass der Garten auch im Winter attraktiv bleibt.

Frucht- und samentragende Pflanzen sowie flache Wasserschalen locken Vögel und Insekten in den Garten. So trägt das Projekt zur Naturentwicklung an einem Ort bei, an dem Grün nicht selbstverständlich ist. Außerdem stärken Obstbäume und Kräuter nicht nur die Biodiversität, sondern auch den Nutzwert und das sinnliche Erlebnis.

Im Verlauf des Projekts wuchs der Anspruch, mehr und größere Bäume einzusetzen. Die 94 Bäume auf dem Dach variieren in der Höhe von etwa 2,50 m bis 5 m, was für einen Dachgarten mit diesen komplexen Herausforderungen außergewöhnlich ist. Dadurch erhielt der Garten bereits bei der Fertigstellung einen stärkeren grünen Charakter und eine klare eigene Identität.

illustration

Zusammenarbeit und Umsetzung
Der Dachgarten ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber, Planern, Statiker, ausführendem Unternehmen und Baumschule. So lieferte Baljon Landschaftsarchitekten den Entwurf, De Enk Groen & Golf übernahm die Durchführung des Projekts und die Baumschule Ebben beriet bei Artenauswahl, Größe und Verwendung der Bäume. Dabei war nicht nur wichtig, dass die gewählte Bepflanzung den spezifischen Bedingungen eines Dachgartens – z.B. Sonne, Wind und begrenzte Substrattiefe – standhält, sondern dass sie auch in ästhetischer Hinsicht gut harmoniert. Durch die bewusste Entscheidung für Arten mit unterschiedlichen Formen, Strukturen und jahreszeitlichen Merkmalen entsteht ein stimmiges Gesamtbild, und der Garten bleibt das ganze Jahr über attraktiv.

Durch die Arbeit im Team und die Bündelung von Fachwissen konnten Planung und Technik kontinuierlich aufeinander abgestimmt und Herausforderungen frühzeitig gelöst werden. Das Engagement und die Fachkompetenz aller Beteiligten gelten als wesentlicher Erfolgsfaktor.

illustration

Ergebnis und Zukunftswert
Durch die Anlage des Dachgartens wurde ein intensiv genutztes Logistikgebäude um einen grünen Aufenthaltsraum bereichert, der zu einem angenehmen Arbeitsumfeld beiträgt und in den Pausen Schatten spendet. Die Bäume spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie geben dem Garten Volumen, sorgen für Schutz und machen die Dachlandschaft unverwechselbar und charaktervoll. Gleichzeitig verstärkt der Garten die Ausstrahlung des Gebäudes und bringt Biodiversität in eine Umgebung, in der Grün nicht selbstverständlich ist.

Das Projekt zeigt, dass selbst unter komplexen Bedingungen eine vollwertige Landschaft entstehen kann. Durch eine gemeinsame Zielsetzung und enge Zusammenarbeit wurde ein 400 m langes Dach in eine grüne Oase verwandelt, die Natur, Arbeit und Wohlbefinden in sich vereint.

illustration
  • Ort
    Amsterdam
  • Fläche
    4800m2 (ca. 12 mal 400 Meter)
  • Entwurf
    Baljon Landscape Architects
  • Bepflanzung

    Bäume (insgesamt 94):
    Parrotia persica

    Pinus mugo uncinata
    Quercus ilex
    Cornus mas

    Obstbäume:
    Prunus avium ‘Kordia’
    Cydonia oblonga ‘Leskovacka’
    Diospyros kaki
    Pyrus communis ‘Conference’
    Malus domestica ‘Rode boskoop’
     

    Stauden und Ziergräser:
    Aquilegia chrysantha

    Hemerocallis citrina
    Achillea millefolium 'Hoffnung'
    Coreopsis verticilata 'Moonbeam'
    Heuchera 'Carmen'
    Aster divaricatus 'Beth' 
    Rudbeckia subt. 'Henry Eilers'
    Coreopsis verticilata 'Moonbeam'
    Heuchera 'Carmen'
    Aster divaricatus 'Beth'
    Rudbeckia subt. 'Henry Eilers'
    Rudbeckia fulgida 'Early Bird Gold'
    Deschampsia cespitosa 'Goldtau'
    Panicum virgatum 'Northwind'
    Calamagrostis acutiflora 'Karl Foerster'
    Deschampsia cespitosa 'Bronzeschleier'
    Panicum virgatum 'Cloud Nine'
    Deschampsia cespitosa 'Goldtau'
    Panicum virgatum 'Northwind'
    Sorghastrum nutans
    Deschampsia cespitosa 'Bronzeschleier' 
    Panicum virgatum 'Cloud Nine'
    Deschampsia cespitosa 'Goldtau'
    Panicum virgatum 'Northwind'

  • Umsetzung
    De Enk Groen & Golf

CTP Cityhub, Amsterdam

Melden Sie sich für unseren Infobrief an

×
Cookie-Einstellungen

Wir verwenden für unsere Angebot von elektronischen Dienstleistungen Cookies. Ein Cookie ist eine einfache kleine Textdatei, die mit den Seiten dieser Website mitgeschickt und von Ihrem Browser auf der Festplatte Ihres Computer gespeichert wird. Damit können wir unter anderem verschiedene Seitenaufrufe auf der Website kombinieren und das Verhalten der Nutzer analysieren. Über die untenstehenden Einstellungen können Sie angeben, welche Cookies Sie zulassen wollen. Berücksichtigen Sie dabei, dass möglicherweise ein Teil der Funktionen dieser Website nicht zur Verfügung steht, wenn Sie die Cookies nicht zulassen. Mehr Informationen über die Nutzung von Daten und die verschiedenen Cookies finden Sie in unserer Datenschutz- und Cookies-Erklärung.