Insekten: Rinden- und Holzbohrer
Neu gepflanzte Eichen stehen durch das Verpflanzen häufig unter Stress und werden dadurch zu einer leichten Beute für den Eichensplintkäfer. Die Eichen geben ein Stresshormon ab, von dem die Käfer angezogen werden. Der Eichensplintkäfer (Scolytus intricatus) ist ein 3 bis 4 mm großer Käfer mit einem glänzenden, braunschwarzen Schild. Er befällt geschwächte Eichen, durchbohrt die Rinde und frisst anschließend kurze, horizontale Gänge in das lebende Holz, quer zur Rinde. In diesem Muttergang legt der Käfer seine Eier ab. Die Larven aus diesen Eiern fressen im rechten Winkel zum Muttergang einen langen, neuen Gang und verpuppen sich am Ende davon. Nach dem Schlupf fressen sich die jungen Käfer schließlich durch die Rinde aus dem Baum heraus, wonach der Zyklus erneut beginnt. Damit ein Baum im ersten Jahr deutlich weniger Stress hat, empfehlen wir einen Pflanzschnitt. Dies ist besonders bei Eichen zu empfehlen. Ein Pflanzschnitt bedeutet, dass etwa ein Drittel der Seitenäste in der Krone zurückgeschnitten wird. Dadurch kommt das Verhältnis zwischen Wurzeln und Krone wieder ins Gleichgewicht, sodass der Baum weniger Wasser über das Laub verdunstet und dadurch weniger Stress erfährt. Durch Wassermangel werden frisch gepflanzte Eichen anfälliger für Befall. Sorgen Sie daher in trockenen Zeiten für ausreichend Wasser.
Broschüre herunterladen: Eichen vor dem Eichensplintkäfer schützen.
Der Birnenprachtkäfer (Agrilus sinuatus) ist ein heimischer Käfer mit kupferroten Flügeldecken und einer Größe von 8 bis 10 mm. Der Käfer kommt hauptsächlich auf Bäumen und Sträuchern aus der Familie der Rosaceae (Rosengewächse) vor, unter anderem auf Pyrus, Sorbus und Crataegus. Der Schaden entsteht dadurch, dass sich die Larven unter der Rinde geschwächter Bäume entwickeln. Das Schadbild beginnt mit Wachstumsverzögerung und Aststerben. Der Käfer befällt nur geschwächte Bäume. Die beste vorbeugende Maßnahme gegen Befall besteht daher darin, die Bäume gesund wachsen zu lassen: durch einen guten Baumstandort und eine ausreichende Nachsorge in den ersten Jahren nach der Pflanzung.
Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist eine Raupe, die im späten Frühjahr und Sommer häufig an Eichen vorkommt. Die Raupen leben in großen Gruppen und bewegen sich in charakteristischen „Prozessionen“ auf und rund um den Baum. Sie sind an ihrer hellgrauen Farbe, den orangefarbenen Warzen und den recht langen Haaren zu erkennen. Sie fressen junge Eichenblätter und können bei Menschen, die sich in der Nähe des Baumes aufhalten, allergische Beschwerden auslösen, da sie sogenannte Brennhaare freisetzen. Diese können bei Menschen und Tieren starke Reizungen verursachen, wie Juckreiz, rote Flecken, Hautausschlag und Atembeschwerden. Die Raupen bilden Gespinstnester an Stämmen und Ästen, die wie große Ballen an den Ästen hängen. Besonders an stark frequentierten Orten wie Parks sowie entlang von Rad- und Wanderwegen sind Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich. Die Nester werden manuell mithilfe eines leistungsstarken Saugers entfernt. Junge Larven können auch auf natürliche Weise durch den Einsatz von Nematoden bekämpft werden, die in den Baum gesprüht werden. Eine langfristige Bekämpfung besteht darin, die vorhandenen natürlichen Feinde zu fördern und die Ökologie zu stärken, zum Beispiel durch das Anbringen von Nistkästen, extensive Pflege von Straßenrändern und eine vielfältige Unterpflanzung mit Gehölzen.