Ballenbäume machen den größten Teil dessen aus, was wir liefern. Ihr großer Vorteil besteht darin, dass die Wurzeln nicht so schnell austrocknen, wodurch der Verpflanzschock geringer ist. Besonders bei großen Bäumen, die mehrmals verpflanzt wurden, ist ein guter Wurzelballen entscheidend für ein erfolgreiches Anwachsen. Hat ein Baum einen Stammumfang von 16–18 cm, wird er nahezu immer mit Ballen geliefert. Selbst wenn der Baum vor Transport und Pflanzung längere Zeit oberirdisch gelagert wird oder die Pflanzung nicht ganz fachgerecht erfolgt, kann ein Baum mit Ballen dies meist noch recht gut überstehen. Wichtig ist jedoch, dass der Baum mehrmals verpflanzt wurde, insbesondere bei großen Bäumen. Dieses Verpflanzen während der Kultur ist notwendig, um einen Ballen mit vielen feinen Haarwurzeln zu bilden und den Baum anpassungsfähig und verpflanzbar zu halten. Solange wir einen Baum in der Baumschule regelmäßig verpflanzen, bleibt er also verpflanzbar und damit handelbar. Auch die Nachsorge von Ballenbäumen nach der Pflanzung ist weniger intensiv als bei wurzelnackten Pflanzen. Während wir empfehlen, wurzelnackte Pflanzen vorzugsweise im Herbst zu pflanzen, also von Ende Oktober bis Mitte Dezember, kann ein Baum mit Ballen über einen deutlich längeren Zeitraum gepflanzt werden.
Einige wichtige Gründe, sich für einen Baum mit Ballen zu entscheiden:
Verankerung: Ein Baum mit Ballen steht direkt nach der Pflanzung stabiler im Boden, da die Wurzeln mit der Erde im Ballen verbunden sind. Bei einem wurzelnackten Baum steht der Baum immer weniger fest. Wenn die neuen Wurzeln beim Anwachsen austreiben, können sie sich bei Wind leicht bewegen, wodurch junge Faserwurzeln abbrechen können. Je größer der Baum, desto stärker ist der Einfluss des Windes. Mit einem schweren Ballen am Fuß lässt sich der Baum außerdem gut unterirdisch verankern, zum Beispiel indem Spanngurte über den Ballen geführt werden.
Bei manchen Bäumen ist es außerdem wichtig, dass bestimmte Bodenpilze mitgeliefert werden, die sogenannten Mykorrhiza. Dabei handelt es sich um eine Symbiose zwischen Bodenpilzen und den Wurzeln der Pflanze, die direkt im Bereich der Baumwurzeln vorkommt. Im Grunde sind dies Pilzfäden, die dafür sorgen, dass das Wurzelsystem Nährstoffe optimal aufnehmen kann. Die Symbiose besteht darin, dass die Pflanze im Gegenzug Zucker und andere Kohlenhydrate an den Pilz abgibt. Diese Stoffe produziert der Baum durch die Photosynthese in den Blättern. Für einige Baumarten ist das Vorhandensein von Mykorrhiza entscheidend für ein gutes Anwachsen. Beispiele dafür sind die Rotbuche (Fagus sylvatica) und Acer palmatum, die zudem von bestimmten Spurenelementen abhängig sind. Die Pilzfäden vergrößern außerdem die Wurzeloberfläche, was für eine gute Wasseraufnahme notwendig ist.
Ein letzter Vorteil: Bäume mit Ballen trocknen während Transport und Lagerung weniger schnell aus, da im Ballen Feuchtigkeit vorhanden ist.