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Kennisbank: Groeiplaats inrichting

Durchwurzelbarer Raum

Durchwurzelbarer Raum

Der Raum, den der Baum im Pflanzloch erhält, ist nicht der endgültige Raum, den das Wurzelsystem einnehmen wird. Der letztendlich durchwurzelbare Raum ist selbstverständlich deutlich größer. Bereits bei der Planung muss dies berücksichtigt werden. Dieser Raum lässt sich grob mit folgender Faustregel berechnen: durchwurzelbarer Raum = 0,75 bis 1 m³ pro Quadratmeter Kronenfläche. Ein Baum erster Größenordnung wächst jährlich etwa einen Quadratmeter an Kronenfläche. Er benötigt daher jedes Jahr einen zusätzlichen Kubikmeter Oberboden oder Baumsubstrat für das Wurzelwachstum. Für die Einrichtung des Baumstandortes ist es deshalb entscheidend, von der Lebensdauer des Baumes auszugehen.

Ein Beispiel – die Gleditschie (Gleditsia)
Eine Gleditschie darf an ihrem Standort beispielsweise achtzig Jahre alt werden. Dann muss diesem Baum ein durchwurzelbarer Raum von achtzig Kubikmetern zur Verfügung stehen. Eine Zierkirsche dritter Größenordnung wird hingegen nur etwa dreißig Jahre alt, entwickelt dadurch keine so große Kronenfläche und benötigt deshalb lediglich einen durchwurzelbaren Raum von fünfzehn Kubikmetern.

Ein verdichteter Boden

Ein verdichteter Boden

In einigen Fällen ist der Boden rund um ein Pflanzloch verdichtet. Das bedeutet, dass der Boden durch Druck zusammengedrückt wurde. Eine Vermischung verschiedener Bodenarten kann die Verdichtung zusätzlich verstärken. Die Wurzeln eines Baumes dringen nicht in verdichteten Boden ein, da dort kein Sauerstoff vorhanden ist und somit anaerobe Bedingungen entstehen. Es entsteht ein „Blumentopfeffekt“: Die Wurzeln können nur im Pflanzloch selbst Sauerstoff und Nährstoffe finden. Dies kann noch Jahre nach der Pflanzung zu enttäuschenden Ergebnissen führen und sogar zum Absterben des Baumes. Wenn sich bei der Pflanzung zeigt, dass der Pflanzstandort und dessen Umgebung stark verdichtet sind, ist es notwendig, den Boden durch Umgraben mit einem Bagger zu lockern.

Bodenverbesserung

Städtische Gebiete bieten häufig nicht den besten Boden für die Pflanzung von Bäumen. Verunreinigter Boden durch Bauarbeiten oder ein nährstoffarmer Boden durch das Auffüllen mit Straßen- oder Füllsand sind dabei ein häufiges Bild. Abhängig vom vorhandenen Boden und von der Funktion des Gebietes gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Boden zu verbessern. Alle Verbesserungsmaßnahmen zielen darauf ab, mehr Humus einzubringen, damit Feuchtigkeit und Nährstoffe gespeichert werden und der Sauerstoffgehalt im Boden auf einem guten Niveau bleibt. Struktur, Tragfähigkeit und der Gehalt an organischer Substanz sind für eine erfolgreiche Pflanzung von entscheidender Bedeutung.

Baumstandortgestaltung mit Baumsubstratsand oder Baumgranulat

Diese Art der Standortvorbereitung wird häufig bei Bäumen angewendet, die in befestigten Flächen stehen, da Baumsubstratsand zugleich eine gute Tragschicht für die Pflasterung bildet. Baumsubstratsand besteht aus Sand, der mit organischem Material gemischt ist. Er ist kein optimales Wachstumsmedium, sondern eine Kompromissmischung, die die Anforderungen des Baumes an den Boden mit den bautechnischen Anforderungen an die Pflasterung verbindet. Baumsubstratsand kann unter Rad- und Gehwegen eingesetzt werden. Wenn eine stärkere Verdichtung auftritt, beispielsweise unter Parkplätzen und Straßen mit niedriger Fahrgeschwindigkeit, ist Baumgranulat besser geeignet. Dieses Material besteht aus vulkanischer Lava, bietet dem Baum ausreichend Nährstoffe und kann die Belastung durch Autos aufnehmen. Bei der Anwendung von Baumsubstratsand und Baumgranulat gilt jedoch, dass das Volumen mindestens anderthalbmal so groß sein muss wie der berechnete durchwurzelbare Raum in Oberboden.

Baumbunker: effiziente Baumstandorte für Bäume

Baumbunker: effiziente Baumstandorte für Bäume

Baumbunker sind vollständig eingerichtete Baumstandorte, die darauf ausgerichtet sind, die Wurzeln von Bäumen zu schützen und optimale Wachstumsbedingungen zu bieten. Sie können in befestigten Flächen eingesetzt werden, verhindern dort Bodenverdichtung und sorgen für einen idealen Wasserhaushalt. Selbst in stark belasteten städtischen Umgebungen können Bäume in einem Baumbunker gut wachsen. Das System entlastet den Boden vollständig von Druck, da die Konstruktion und Abdeckung die Tragfähigkeit übernehmen. Der offene Raum innerhalb der Konstruktion unter Straßen oder Gehwegen wird mit speziellem Substrat gefüllt. Das gesamte System ist darauf ausgelegt, Bäumen dauerhaft einen geeigneten Wachstumsstandort zu bieten.

Die Anwendung von Baumbunkern

Die Anwendung von Baumbunkern

Damit ein Baum gut wachsen kann, ist ein großes Volumen an durchwurzelbarem Raum unerlässlich. Dabei spielt nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität dieses Raumes eine wichtige Rolle. Verdichteter Boden ist sauerstoffarm und bildet häufig eine störende Schicht, in der Bäume nicht wachsen können. Nicht verdichteter, nährstoffreicher Boden bietet deutlich bessere Wachstumsbedingungen als verdichteter Boden mit vergleichbarem Volumen. Genau hier setzt der Baumbunker an. Er schafft einen perfekten Baumstandort unter der befestigten Fläche, als stünde der Baum auf offenem Feld, während die befestigte Fläche gewissermaßen darüber „schwebt“. In intensiv genutzten städtischen Gebieten voller Kabel und Leitungen ermöglicht der Baumbunker, Bäumen trotz minimalem unterirdischem Platzbedarf einen idealen Wachstumsstandort zu bieten.

Gesundes Bodenleben und Regenwassermanagement bei Baumbunkern

Zwischen dem Substrat und der Oberseite des Bunkers befindet sich eine Luftschicht, die über ein Belüftungssystem mit der Außenluft verbunden ist. Dies fördert ein gesundes Bodenleben, das auf Sauerstoff angewiesen ist. Zudem kann diese Luftschicht vorübergehend Regenwasser aufnehmen.

Baumbunker werden zunehmend als Lösung zur Wasserrückhaltung eingesetzt – als Antwort auf städtische Herausforderungen wie extreme Starkregenereignisse. Regenwasser fließt nicht mehr direkt in die Kanalisation, sondern infiltriert in den Baumbunker. Dort wird es durch den Boden gefiltert und zurückgehalten, sodass bei einem Wasserüberschuss nur gereinigtes Wasser langsam in das Grundwasser versickert. Diese Kombination von Funktionen macht den Baumbunker ideal für klimaresiliente Städte und Lösungen im Sinne des Sponge-City-Prinzips.

Vor- und Nachteile der Anwendung von Baumbunkern

Baumbunker bieten einen unverdichteten Baumstandort unter befestigten Flächen wie Gehwegplatten, Asphalt und Ähnlichem. Dadurch wird das Anheben der Pflasterung verhindert, ein häufiges Problem bei druckverteilenden Lösungen wie Baumgranulat und Baumsubstratsand. Pflasterhebungen können hohe Unterhaltungskosten verursachen, während Baumbunker diese Kosten vermeiden. Da Wurzelaufdruck verhindert und Regenwasser lokal bewirtschaftet wird, sind die Unterhaltungskosten von Baumbunkern im Vergleich zu anderen Systemen geringer.

Das System hat jedoch auch einige Nachteile. Beim Einsatz von Baumbunkern in Gebieten mit hohem Grundwasserstand, wie beispielsweise in Amsterdam, kann die Anwendung technisch anspruchsvoll und weniger kosteneffizient sein. Dennoch sind Lösungen möglich, und in solchen Situationen werden Baumbunker eingesetzt, wenn die Vermeidung von Wurzelaufdruck eine Voraussetzung ist. Außerdem sind Baumbunker bei bestehenden Bäumen schwierig anzuwenden. Die Installation rund um bestehende Bäume mit einem umfangreichen Wurzelsystem ist nahezu unmöglich. Eine gute Vorbereitung und erfahrene Fachkräfte sind dann notwendig, dennoch bleibt es eine riskante Aufgabe.

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