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Kennisbank: Boomvormen

Hochstamm- und Halbstammbäume

Hochstamm- und Halbstammbäume

Der Hochstammbaum ist die bekannteste Baumform. Er zeichnet sich durch einen geraden, durchgehenden Leittrieb oder Stamm aus, dessen unterer Bereich astfrei gemacht wurde, sodass die Krone höher am Stamm beginnt. Hochstammbaum ist eigentlich ein sehr allgemeiner Begriff; auch ein aufgeasteter Trauerbaum fällt unter die Hochstammbäume. Ein Halbstammbaum ist eine Variante des Hochstammbaums. Der Baum besitzt zwar einen astfreien Stamm, die Krone beginnt jedoch niedriger als bei einem Hochstammbaum. Diese Form wird häufig im Obstbau verwendet, um die Früchte leichter ernten zu können. Hochstammbäume werden häufig entlang von Straßen und Alleen gepflanzt und dort zu einer astfreien Stammhöhe von mindestens 4,60 Metern erzogen, in Zusammenhang mit der erforderlichen oder gewünschten Durchfahrtshöhe für den Verkehr. Das bedeutet, dass jährlich Äste im unteren Bereich der Krone entfernt werden, bis die richtige Höhe erreicht ist. Hochstammbäume werden in der Baumschule bereits auf ihren späteren Standort vorbereitet. Das heißt, dass bereits ein Teil des Stammes astfrei gemacht wird. Wie groß dieser astfreie Bereich ist, hängt von der gesamten Baumhöhe ab. Um den Baum im Gleichgewicht zu halten, ist ein richtiges Verhältnis erforderlich: mindestens astfreier Stamm zu Kronenhöhe 1:2.

Beastete Bäume

Beastete Bäume

Ein beasteter Baum besitzt ebenso wie der Hochstammbaum einen geraden, durchgehenden Leittrieb oder Stamm. Der Unterschied zum Hochstammbaum besteht darin, dass diese Baumform von unten bis oben beastet ist. Ein solitär stehender Baum wächst von Natur aus immer beastet auf. Beastete Bäume haben eine schöne, natürliche Ausstrahlung und sorgen für viel Atmosphäre und Erlebniswert. Sie eignen sich sehr gut als Parkbäume, für Landgüter und breite Alleen. Bei manchen Baumarten ist die Beastung besonders wichtig, da sie als natürlicher Schutz vor Sonnenbrand an der Rinde dienen kann.

Mehrstämmige Bäume

Mehrstämmige Bäume

Ein mehrstämmiger Baum ist – wie der Name schon sagt – ein Baum mit mehreren Stämmen. Es gibt zwei Arten mehrstämmiger Bäume: zum einen mehrstämmige Bäume aus einem einzigen Individuum, zum anderen mehrstämmige Bäume, die aus mehreren Individuen bestehen, die zusammen in ein Pflanzloch gesetzt werden. Ein mehrstämmiger Baum aus einem Individuum ist deutlich nachhaltiger als ein zusammengesetztes Exemplar. Zwischen den einzelnen Stämmen entsteht keine Konkurrenz, wodurch ein dauerhaft natürlicheres und harmonischeres Erscheinungsbild erhalten bleibt. Mehrstämmige Bäume schaffen viel Atmosphäre, Intimität und Naturerlebnis, weil die Krone bereits auf Augenhöhe beginnt und durch die Struktur der mehreren Stämme ein Tiefeneffekt entsteht. Diese Baumformen kennen zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel in Parks und Gärten, als Kletterbaum, als natürlicher Sonnenschirm oder in Pflanzgefäßen. Auch an Standorten, an denen wenig Platz für mehrere Bäume vorhanden ist, schaffen mehrstämmige Bäume dennoch die gewünschte Atmosphäre. In den vergangenen Jahren sind mehrstämmige Bäume zudem für den Einsatz auf Dachgärten immer beliebter geworden. Da sich bei Wind die Belastung auf mehrere Stämme verteilt, ist das Schadensrisiko geringer als bei einem Baum mit durchgehendem Leittrieb.

Trauerbäume

Trauerbäume

Trauerbäume sind charakteristische Baumformen mit gebogenen, hängenden Ästen, die bis zum Boden reichen können, sodass gleichsam ein Wasserfall aus Laub entsteht. Trauerformen kommen auch in der freien Natur vor, die meisten Arten sind jedoch selektierte Sorten aus Sämlingen, die in der Regel durch Veredelung vermehrt werden. Im Allgemeinen benötigen sie viel Raum, um sich voll entwickeln zu können. Der Charakter eines Trauerbaums kommt am besten zur Geltung, wenn der Baum als Solitär verwendet wird. Bei den Trauerbäumen wird zwischen veredelten und nicht veredelten Arten unterschieden. Die Trauerweide (Salix x sepulcralis ‘Chrysocoma’) ist beispielsweise eine nicht veredelte Art, die schwarze Trauerbuche (Fagus sylvatica ‘Black Swan’) ist eine veredelte Variante. Veredelte Trauerformen können weiter in sogenannte unterveredelte und oberveredelte Bäume unterteilt werden. Unterveredelte Bäume sind knapp über dem Bodenniveau auf die Unterlage veredelt, oberveredelte Bäume an der Höhe, auf der die Krone beginnt.

Säulenbäume

Säulenbäume

Säulenbäume besitzen von Natur aus eine schlanke, aufrechte Krone. In ihrer Anwendung sind sie vielseitig einsetzbar, sofern die richtige Art gewählt wird. In Polderlandschaften können sie hervorragend als Windschutz eingesetzt werden. Dort dürfen es robuste Bäume sein, die im Alter breiter werden, wie zum Beispiel die säulenförmige Pappel Populus nigra ‘Italica’. In schmalen Straßen werden Säulenbäume verwendet, wenn für andere Baumformen zu wenig Raum vorhanden ist. Beispiele hierfür sind die Säulen-Ulme Ulmus ‘Columella’ oder Liriodendron tulipifera ‘Fastigiata’. In solchen Situationen müssen Arten gewählt werden, die ihre schmale Kronenform behalten, oder es muss ein ausreichendes Budget für eine fachgerechte Pflege der Bäume eingeplant werden. Auch wenn Säulenbäume eingesetzt werden, um architektonisch ein stattliches und formales Bild zu schaffen, zum Beispiel auf Friedhöfen, ist es wichtig, Arten zu wählen, die im Alter nicht ausladend auseinanderfallen.

Kugelbäume

Kugelbäume

Kugelbäume sind Baumarten, die von Natur aus keinen durchgehenden Leittrieb haben und dadurch eine runde Krone bilden. Diese Bäume sind immer auf eine Unterlage mit einer Stammhöhe zwischen 1,80 und 2,40 Metern oberveredelt. Ist die Unterlage niedriger als 1,80 Meter, spricht man von einer Halbstamm-Kugelform. Beispiele hierfür sind der Kugel-Trompetenbaum, Catalpa bignonioides ‘Nana’, oder der wunderschöne Acer platanoides ‘Globosum’ (siehe Abbildung). Die Form dieser oberveredelten Bäume ähnelt häufig am ehesten einem Kopfbaum mit einer dichten Krone, die viel Privatsphäre schafft.

Die Baumsuchmaschine TreeEbb

Um Landschaftsarchitekten ein praktisches Hilfsmittel für die Wahl des richtigen Baumes zu bieten, haben wir TreeEbb entwickelt. Dieses Instrument unterstützt die Auswahl der passenden Baumart während des Entwurfsprozesses. Außerdem zeigt es die langfristig zu erwartenden Leistungen von Bäumen auf. Durch das Erstellen eines Moodboards lässt sich die endgültige Artenwahl dem Auftraggeber übersichtlich präsentieren.

Die Auswahl erfolgt anhand verschiedener Filterkriterien wie Größe, Bodentyp, Klima, Wachstumsgeschwindigkeit oder Biodiversitätswert. Zudem wird angegeben, ob Faktoren wie das Anheben von Belagsflächen oder der Einfluss von Streusalz eine Rolle spielen können. So lassen sich Wurzelprobleme oder eine schlechte Anpassung der Bäume vermeiden. TreeEbb gibt außerdem Richtlinien zu Kronenbreite, Wurzelvolumen und Pflegebedarf.

In TreeEbb ist eine enorme Vielfalt an Arten enthalten. Dabei handelt es sich nicht um eine aktuelle Bestandsliste unserer Baumschule, sondern um einen breiten Überblick über allgemein verfügbare Arten. Mit der Darstellung dieser großen Artenvielfalt fördern wir einerseits eine breite Anwendung, um Monokulturen und das Risiko von Baumkrankheiten zu verringern, und unterstützen andererseits eine Strategie für klimaadaptives Entwerfen.

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